Begründung: Volksinitiative Kanton Zürich

Ein kantonsweites Wildtier-Management, ausgeführt durch professionell ausgebildete Wildhüter, führt im dicht besiedelten Kanton Zürich zu mehr Lebensqualität für Mensch und Tier, da die Tier- und Pflanzenvielfalt auf längere Sicht gefördert wird (Biodiversität) und Naturerlebnisse wie Wildtierbeobachtungen vermehrt ermöglicht werden. Die Verfolgung durch die Jagd hat tagaktive Tiere wie Wildschweine, Füchse oder Rehe nachtaktiv gemacht. Deshalb ereignen sich die meisten Wildtierunfälle in der Dunkelheit.

Erfahrungen zeigen, dass die in einem jagdfreien Gebiet lebenden Tiere einen Grossteil dieser erzwungenen, unnatürlichen Scheu verlieren und dadurch ihre nächtlichen Aktivitäten wieder vermehrt in den Tag verlegen. Dies führt zu weniger Strassenunfällen mit Wildtieren. Auch der Wildschaden in der Land- und Forstwirtschaft würde weniger gross ausfallen.

Durch die Bejagung der Wildtiere steigt deren Fertilität (Geburtenrate), da sich diese durch den Jagddruck und die Dezimierung ihrer Art schneller reproduzieren. Dies führt zwangsläufig zu einer unerwünschten Vermehrung. Von der Jägerschaft wird jedoch genau diese künstlich erzeugte Zunahme des Wildtierbestandes als Legitimation für eine Regulierung durch die Jagd aufgeführt. Doch wenn es eine sinnvolle Wildtierregulierung durch die Jagd gäbe, müsste man den Wildbestand nicht jedes Jahr von neuem dezimieren. Studien und Erfahrungen aus verschiedenen Ländern und Gebieten belegen, dass sich der Wildtierbestand auch ohne Bejagung weitgehend selbst reguliert (z.B. Wildschongebiet Stadt Zürich, Schweizer Nationalpark, Italienischer Nationalpark).

Im Kanton Genf wurde die Milizjagd bereits 1974 in einer Volksabstimmung durch ein modernes Wildtier-Management ersetzt, welches sich erfolgreich bewährt hat. Sollte es dennoch notwendig werden, regulierend einzugreifen, so hat dies ausschliesslich durch professionell ausgebildete Wildhüter zu erfolgen, da sich diese täglich mit dem modernen Wildtier-Management beschäftigen. Dies führt zu einer hohen Garantie für weniger Stress und Schmerzen für die Wildtiere.

Die Einführung eines kantonsweiten Wildtier-Managements führt ausserdem dazu, dass es künftig keine Jagdunfälle mehr geben wird. Auch Haustiere wie Hunde und Katzen werden nicht mehr irrtümlich getötet und die Sicherheit bei der Freizeitgestaltung im Erholungsgebiet Wald ist gewährleistet. Ein kantonsweites Wildtier-Management hat zudem einen positiven Einfluss auf die Staatskasse sowie die Volkswirtschaft (z.B. durch tiefere Infrastrukturkosten, keine Kollateralschäden durch die Ausübung der Milizjagd) und es ermöglicht eine bessere Ökobilanz (keine Blei- und Arsenbelastung im Waldboden, keine Umweltverschmutzung mehr wie beispielsweise im Naturschutzgebiet Tössauen durch die kantonale Jagdschiessanlage Embrach).

Die Gesellschaft und die Natur können durch ein modernes Wildtiermanagement und das Zulassen der Selbstregulierung des Wildtierbestandes, wie es die Tierpartei Schweiz in ihrer Initiative verlangt, nur gewinnen. Die verminderte Scheu macht die Tiere erlebbar! Professor Dr. Josef H. Reichholf (Zoologe)

Das Stadtgebiet Zürich inklusive den Wäldern, sind heute schon Wildschongebiete und werden von Wildhütern betreut. Dieses erfolgreiche Modell soll nun auf den ganzen Kanton Zürich ausgeweitet werden.

Es geht allen Beteiligten ohne die gefährliche Hobby-Jagd viel besser. Die Genfer setzen mit den professionellen Wildhütern auch das Tierschutzgesetz um. In Genf kostet das seriöse Wildtiermanagement den Steuerzahler nicht mal eine Tasse Kaffee pro Jahr. Würden wieder Hobby-Jäger in Genf aktiv werden, wären die Kosten nicht tiefer, da die Jäger, wie in den anderen Kantonen auch, intensiv betreut und kontrolliert werden müssten, was wiederum hohe Verwaltungskosten usw. nachziehen würde.

Die Jagd gibt vor, Naturschutz und Tierschutz zu sein. Aber überall dort, wo keine Hobbyjagd erlaubt ist, gibt es eine grössere und reichhaltigere Artenvielfalt. Die Jagd ist überflüssig, was uns auch der Zoologe Dr. J.H. Reichholf in einem Brief bestätigt hat.

«Langjährige Studien und Erfahrungen in den jagdfreien Grossstädten belegen, dass sich der Wildtierbestand weitestgehend selber reguliert. Durch die fortwährende Bejagung erreicht man das Gegenteil, denn die Fertilität der häufigen Tiere steigt an und somit nimmt der Bestand der jagdlich bevorzugten Arten (Schalenwild) nicht ab, sondern zu und wird auf hohem Niveau gehalten. Die „Raubtiere/Vögel“ hingegen werden übermässig dezimiert und in ihren Beständen gefährdet. In jagdfreien Gebieten steigt die Biodiversität an. Es konnten auch andere positive „Nebeneffekte“ in jagdfreien Gebieten festgestellt werden, wie z.B. die Abnahme von Verkehrsunfällen mit Wild, da die Tiere ihre aufgezwungene Scheu mit der Zeit verlieren und wieder tagaktiver werden, oder ein Rückgang des Verbisses in der Forstwirtschaft. Alles in allem können die Gesellschaft und die Natur durch ein modernes Wildtiermanagement und das Zulassen der Selbstregulierung des Wildtierbestandes, wie es die Tierpartei in ihrer Initiative verlangt, nur gewinnen. Die verminderte Scheu macht die Tiere erlebbar!

Wer sinnlos tötet, schützt nicht und der zivilisierten Gesellschaft nützt es nichts

Die Jagd erfolgt nicht im Interesse der Gesellschaft, der Natur und der Kulturlandschaft sondern einzig im Interesse der Jägerschaft, Wildtiere ohne wirklichen Grund legal töten zu dürfen. Die Jagd mit all ihren Tierquälereien (z. B. Fuchsbaujagd) hat versagt. Seit Jahrzehnten versuchen Jäger, die Wildtierpopulationen zu regulieren, dies ist ihnen aber bis heute nicht gelungen. Was ihnen jedoch gelang, war und ist die bewusste Ausrottung vieler Wildtiere oder Sie halten, auch wiederum sehr bewusst, den Wildtierbestand künstlich hoch. So hat die Jagd nur die Geburtenrate der Wildtiere stimuliert und manipuliert aber noch nie reguliert. Würde die Jagd wirklich regulierend Wirken auf den Wildtierbestand, müssen die Jäger nicht jedes Jahr von neuem Wildtiere töten. Doch genau dieses Argument führen die Jäger, zur Legitimation der Jagd an.

Vom Bundesrecht her muss kein Kanton in der Schweiz die Jagd vorsehen. Es ist das Recht der Kantone zu entscheiden, ob die Jagd zugelassen wird oder nicht. Entscheidet sich ein Kanton ganz oder auch nur teilweise gegen die Jagd, kann er dies laut Bundesverfassung frei tun. 

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Vermerk: Wildtierhüter statt Jäger

Tierpartei Schweiz (TPS)
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5630 Muri