Der Wald und unsere Wildtiere

Seit 1974 wurden im Kanton Zürich gegen die 600’000 Tiere und Vögel von den Hobby-JägerInnen abgeschossen. Unglaubliche 30 mal mehr als im Kanton Genf (rund 20’000) mit dem professionellen Wildtiermanagement, welches auf drei Säulen fusst:

  1. Sicherheit (Bevölkerung)
  2. Ethik (Tierschutz)
  3. Effizienz (Wildhut)

Dabei ist der Kanton Zürich mit 1’729 km² Fläche nur 6 mal grösser als der Kanton Genf mit seinen 282 km². Die gesamte jagdbare Fläche im Kantonsgebiet von Zürich ist sogar nur 950 km². Der Kanton Genf hat einen Waldanteil von 12.1 %  der Kanton Zürich von 28.7 %.

Bis heute hat das professionelle Wildtiermanagement in Genf einen sehr positiven Einfluss auf die Biodiversität, mit wirtschaftlich vertretbaren Kosten. Das Jagdverbot von 1974 für Hobby-Jäger wird von der Bevölkerung und der Politik bis heute enthusiastisch unterstützt.

Abschüsse Zürich-Genf seit 1974 Vergleich

Abschüsse Zürich-Genf seit 1974 Vergleich

Der Einfluss des Wildes auf die Waldverjüngung wird einerseits mit Wildschadenerhebungen, andererseits mit Verbissinventuren beurteilt. Der gesamte Flächenanteil mit eindeutig untragbaren Schäden (Stufe 3) ist in allen Kantonen relativ klein und beläuft sich auf maximal 11 %.  In einzelnen Gebieten im Kanton GE und in vielen Jagdbezirken in der Schweiz so auch z. B. im Pfannenstiel vom Kanton Zürich befinden sich teils mehr als 25% der Waldfläche in der gutachtlichen Stufe 3.

Zu hohe Verbissprozente bedeuten nicht zu viel Wild

Dass aufgrund von hohen Verbissprozenten oft einseitig die Forderung nach Wildreduktion abgeleitet wird, ist mit ein Grund für die Skepsis gegenüber dieser Messgrösse. Die Jagdpresse ist voll mit Beiträgen, in denen befürchtet wird, dass die Verbissbelastung nur zu einem Faktor in Verbindung gesetzt wird, nämlich zur Höhe des Rehwildbestandes (Wildtiereinfluss auf die Waldverjüngung).

Windwurf und Waldverjüngung

Auf den durch Windwurf entstandenen Blössen verbessert sich in den Jahren nach dem Ereignis die Nahrungsgrundlage des Schalenwildes stark. Das Wild nimmt in seinem Bestand zu. Trotzdem ist in einer ersten Phase eine Entschärfung verbissbedingter Verjüngungsprobleme zu erwarten, insbesondere in Gebieten mit grösseren Flächenschäden. Auf Sturmflächen > 20 ha entwickelt sich nach einigen Jahren ein derart grosses Nahrungsangebot für das Wild, dass dieses trotz erhöhtem Bestand mit dem Verbeissen nicht mehr nachkommt. Die Wiederbewaldung auch mit verbiss empfindlichen Baumarten ist hier durch Wild nicht infrage gestellt. Liegengelassenes Sturmholz vermindert die Zugänglichkeit der Sturmflächen für das Schalenwild. Dadurch wird der Verbiss reduziert und verzögert. Verjüngungsgünstige Stellen, die gleichzeitig für das Wild ganz unzugänglich sind, kommen allerdings auf den ungeräumten Flächen kaum vor. Engpässe im Nahrungsangebot und damit erhöhte verbiss bedingte Verjüngungsprobleme sind in der weiteren Umgebung von Sturmwürfen erst in späteren Jahren zu erwarten, wenn der Jungwald auf den Kahlflächen der Reichweite des Wildes entwachsen ist.

Triebabbiss und Schälschäden

Nach 2005 in Wolfertswil (SG) und 2006 in  Kirchberg (SG) wurde dieses Jahr in der gleichen Region des Kantons St. Gallen erneut an einer grösseren Anzahl von Tannen ein Triebabbiss auf 2-4 m Höhe (sog. „Giraffenverbiss“) festgestellt (Abb. 7); diesmal in Mogelsberg. Auch in Bayern und im Fürstentum Liechtenstein wurde dieses Phänomen in jüngster Zeit beobachtet. Während im Kanton St. Gallen das Phänomen mit grosser  Sicherheit dem Eichhörnchen zuzuschreiben ist, werden andernorts auch Vögel wie der Eichelhäher oder der Kernbeisser als Verursacher vermutet.

Mehrwert:

Einige Waldbewohner: