Eine klaffende Wunde des Tier- und Naturschutzes ist die heutige Jagd. Die Grausamkeit und Sinnlosigkeit der Jagd wird immer mehr Menschen bewusst. Die Mehrheit der Bevölkerung steht nicht mehr vorbehaltlos hinter der heutigen Jagd, wie der Bau-, Trophäen- oder Treibjagd. Doch die Jäger wollen ihr Hobby beibehalten und tun alles dafür, dass dies so bleibt. Bis anhin ist ihnen dieses Vorhaben dank der grossen Unterstützung aus der Politik mehr oder weniger gelungen. Dies ist aber nur möglich, weil den meisten Menschen nicht bekannt ist, wie der Sachverhalt wirklich ist. Das ganze Jagdwesen ist seit Jahrzehnten eine leidige Baustelle und vieles gehört auf ein zeitgemässes Tier- und Naturschutzniveau befördert.

Das Schweizer Tierschutzgesetz wird von den Jägern umgangen

TSchG Art. 4 Abs.2

Niemand darf ungerechtfertigt einem Tier Schmerzen, Leiden oder Schäden zufügen, es in Angst versetzen oder in anderer Weise seine Würde missachten. Das Misshandeln, Vernachlässigen oder unnötige Überanstrengen von Tieren ist verboten.

 

Bei der Treib- und Gesellschaftsjagd wird dieser Artikel von den Jägerinnen und Jägern verletzt. Treffen sie die Tiere nicht beim ersten Versuch, verursacht dies unermessliches Leid


TSchG Art. 26 Tierquälerei

Mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe wird bestraft, wer vorsätzlich:

c. Kämpfe zwischen oder mit Tieren veranstaltet, bei denen Tiere gequält oder getötet werden.

 

Bei der Fuchsbaujagd sowie den Treib- und Gesellschaftsjagden werden diese beiden Tierschutzartikel durch das kantonale Jagdgesetz ausgehebelt! 



Die Folgen der (tierschutzwidrigen) Jagdmethoden

Fuchsbaujagd

  • Bei der Baujagd wird der Tierkampf willentlich herbeigeführt.
  • Hunde werden nicht selten in Bauten verschüttet und kommen zu Tode.
  • Bei Kämpfen zwischen Hunden und Wildtieren werden oft beide Seiten schwer verletzt.
  • Tierärzte berichten, dass Jäger ihren eigenen Hund teilweise noch vor Ort erlösen mussten.


Treib-, Gesellschaft- oder Drückjagd

  • Ist das Wild in Bewegung, sind tödliche Treffer viel schwieriger anzubringen, weshalb es zu vielen Fehlschüssen kommt.
  • Die Fehlschüsse hinterlassen oft Verletzungen bei den Tieren.
  • Der Einsatz von Hunden kann zu starker Beunruhigung / Störung anderer Wildtierarten führen.
  • Die Jagd begünstigt das Verbreiten von Krankheiten.
  • Wenig effizient und nicht selektiv.
  • Die Sicherheit der Bevölkerung ist nicht gewährleistet.
  • Störung der Bevölkerung.
  • An gesellschaftlichen Hobby-Anlässen beteiligen sich, auch in kleineren Revieren, 20 bis 50 Personen mit Autos.

Bild: Treibjagd im Zürcher Oberland



Tote und verletzte Personen

  • Zwischen den Jahren 2000 bis 2016 gab es in der Schweiz insgesamt 57 tödliche Jagdunfälle (alle 3,5 Monate ein Toter durch die Jagd).
  • In den Jahren 2011 bis 2015 registrierte die Unfallversicherung gut 1'500 Verletzte (alle 29 Stunden passiert in der Schweiz ein Unfall durch die Jagd).


Umweltverschmutzung


Das bundesrechtlich und überkommunal geschützte
Töss-Auen im Kanton Zürich
als Beispiel:

  • 250'000 kg Blei und 600 kg Antimon / Arsen.
  • Bis zu 30 cm dick-liegenden PAK- und BTEX-belastete Wurfscheibenfragmente und Schrotbecher im Wald und Ried.
  • Die Fruchtfolgeflächen auf der Töss-Gegenseite sind mit Blei belastet.
  • Das Grundwasser ist massiv mit hochgiftigem Antimon und Blei belastet.
  • Das Trinkwasser des kynologischen Vereins ist verunreinigt.

Bild: Töss-Auen (kantonale Jagdschiessanlage)



Jagd ist nachhaltiger Tierschutz

FALSCH!

 

Durch das sorglose Zerschiessen der wildbiologisch wichtigen Sozial-strukturen jagdbarer Arten wird auch die Genetik der Tierpopulationen langfristig geschädigt. Das Wort «Nachhaltigkeit» wird von Jägern missbraucht, um Unrecht zu legitimieren. Wenn es eine sinnvolle Wildtierregulierung durch die Jagd gäbe, müsste man den Wildbestand nicht jedes Jahr von neuem dezimieren.

 

Die Jagd-Gesetze widersprechen sogar dem Schweizer Tierschutzgesetz Art. 4 Abs. 2:

 

«Niemand darf ungerechtfertigt einem Tier Schmerzen, Leiden oder Schäden zufügen, es in Angst versetzen oder in anderer Weise seine Würde missachten. Das Misshandeln, Vernachlässigen oder unnötige Überanstrengen von Tieren ist verboten».

 

Dieser Artikel wird auch bei der tierquälerischen Baujagd missachtet, bei welcher die Jagdhunde in den Fuchs- und Dachsbau geschickt werden.

 


Jagd ist zur Regulation der Wildtiere notwendig

FALSCH!

 

Heute erklärt die moderne Wildtierbiologie und Wissenschaft, dass der Jagddruck Wildtierpopulationen erhöht, weil die verbleibenden Wildtiere die Geburtenrate erhöhen. Jagd bedeutet nicht weniger Wildtiere, sondern mehr Geburten. Die Regulation der Wildtierbestände erfolgt nicht durch die Jagd. Die Jagd ist meistens die Ursache angeblicher Probleme. Droht Überpopulation in einem Biotop, wird die Geburtenrate gesenkt. Zusätzlich werden die Wildtierbestände auch durch Nahrungsangebot, Krankheit, Alter und Habitat reguliert. Auch Beutegreifer tragen zu einem gesunden Wildtierbestand bei, indem sie bevorzugt alte, kranke und schwache Tiere erbeuten. Ein Jäger, der aus grosser Distanz schiesst, kann dagegen nur in den seltensten Fällen beurteilen, ob ein Tier krank oder alt ist. Die wildbiologische Notwendigkeit der Jagd zur Regulierung der Wildtierbestände ist nicht nur nicht bewiesen, sondern wird anhand verschiedener Studien widerlegt.

«...Auch JagdSchweiz weiss, dass sich Wildtierbestände grundsätzlich – auch in unserer Kulturlandschaft – von selber regulieren würde.»

 

Vorstand JagdSchweiz 29.08.2011 (Quelle: Wild beim Wild)



Jagd verhindert Schäden in der Natur

FALSCH!

  

Jagd provoziert vielfach Wildschäden. Durch die Jagd werden die Tiere unnötig aufgescheucht und in den Wald zurück gedrängt, was ihren Nahrungsbedarf und damit die Schäden an Trieben und Knospen oft erhöht. Mitverursacher dieser Schäden sind auch andere Waldbewohner wie Mäuse, Eichhörnchen und andere Nagetiere. Das Schälen und Fegen durch das Wild führt nur regional zu Problemen. Wo Luchs, Wolf, Fuchs und andere Beutegreifer regelmässig vorkommen, werden weniger Schäden an der Waldverjüngung festgestellt, was Millionen von Franken an Steuer-geldern einspart. Gemäss den aktuellen Erkenntnissen vom Bundesamt für Umwelt ist nicht der Wildverbiss für den Wald das Hauptproblem, sondern der asiatische Laubholzbockkäfer, die Kastaniengallwespe sowie der fortschreitende Klimawandel.


Jäger schützen die Bevölkerung vor Tollwut und anderen Tierkrankheiten

FALSCH!

 

Jagddruck und Stress fördern Krankheiten bei Wildtieren. Die Schweiz ist seit den neunziger Jahren tollwutfrei. Dieser Erfolg gelang aber nicht durch die Bejagung der Wildtiere (insbesondere der Füchse), sondern nur durch den Einsatz von Impfködern. Schweizweit stecken sich jährlich nur rund 20 Menschen am Fuchsbandwurm an, unabhängig von der Grösse der Fuchspopulation.



23. Oktober 2015

Jäger erschiesst im Fricktal eine Katze

Er hielt das Haustier für einen gesuchten Fuchs.


12. Januar 2016

Fuchs qualvoll zu Tode gebissen

Eine Jagdpächterin hatte es unterlassen, einen schwer verletzten Fuchs zu erschiessen.

Stattdessen liess sie ihre Hündin auf ihn los.


31. Januar 2017

Wildschweine sterben wegen eines Jägerfehlers

Ein Jäger verkannte, dass eine Bache Jungtiere hatte und erlegte sie. Daraufhin mussten auch die Jungtiere erschossen werden. Sie wären sonst elendig verendet.


21. September 2017

Schweizer Jäger erschiesst 4 Wander-Esel

Als sie aus dem Unterholz kamen, drückte ein Schweizer Jäger ab. Nun sind vier Esel tot – und ihre Besitzerin am Boden zerstört.


9. November 2017

Hund getötet

Ein 80-jähriger Jäger hat einen frei laufenden Hund für einen Fuchs gehalten und abgedrückt.


29. Dezember 2017

Ein Jäger hat Schafe mit Wildschweinen verwechselt

Sieben Tiere fielen ihm zum Opfer – Vier davon hat er erschossen, die anderen drei angeschossen.


2. Januar 2018

Schütze war ein Jäger, der sich gerade auf Fuchsjagd befand

Fensterläden an der Ostseite eines Bienenhäuschens sind von Schüssen durchbohrt worden. Der Zwischenfall ereignete sich nahe von beliebten Spazierwegen.



Stadtgebiete inklusive den Wäldern sind Wildschongebiete und werden von Wildhütern betreut. Dieses erfolgreiche Modell (Wildhüter statt Jäger) soll auf den ganzen Kanton Zürich ausgeweitet werden! 

 

Der Kanton Genf ist bereits jagdfrei. Darüber hat die Genfer Bevölkerung bereits 1974 abgestimmt. Die Genfer werden dadurch, mit dem Einsatz von professionellen Wildhütern, dem Schweizer Tierschutzgesetz gerecht.

 

Vom Bundesrecht her muss kein Kanton die Jagd vorsehen. Es ist das Recht der Kantone zu entscheiden, ob die Jagd zugelassen wird oder nicht. Entscheidet sich ein Kanton ganz oder auch nur teilweise gegen die Jagd, kann er dies laut Bundesverfassung frei tun. Viele Kantone verbieten heute schon örtlich die Jagd durch Jagdbanngebiete, Wildasyle u.s.w. In Genf kostet das nachhaltige, erfolgreiche Wildtiermanagement den Steuerzahler nicht einmal eine Tasse Kaffee pro Jahr.