Wildtierschutz Schweiz

Marion Theus, Präsidentin 

 

«Der Wildtierschutz Schweiz unterstützt die Initiative Wildhüter statt Jäger da dies ein vernünftiger und zukunftsorientierter Weg ist. Die Hobbyjagd verwehrt der Bevölkerung zunehmend die Möglichkeit Wildtiere beobachten zu können und die Jagd ist zu einer Fleisch und Trophäenjagd verkommen ohne Beachtung der Grundbedürfnisse der Wildtiere und rücksichtslos gegenüber der nichtjagenden Bevölkerung. Humaner Umgang mit unseren Wildtieren ist nur mit professionellen Wildhütern gewährleistet und das ist der erklärte Wunsch der Mehrheit der Bevölkerung.» 


VgT Schweiz

 

Warum der Verein gegen Tierfabriken die Initiative Wildhüter statt Jäger

unterstützt:

 

«Jagd schützt, Jagd nützt kann man zur Zeit überall im Kanton Zürich auf

Plakaten lesen. Es handelt sich dabei um eine Kampagne der Jägerschaft gegen

die Initiative Wildhüter statt Jäger der Tierpartei Schweiz. Die Hobbyjäger wollen damit der Bevölkerung des Kantons Zürich vorgaukeln, es brauche die Milizjagd, damit Mensch und Natur im Einklang leben könnten und die Hobbyjäger würden den Wildtierbestand hegen und pflegen. Doch dieRealität sieht ganz anders aus.

 

Längst ist wissenschaftlich bewiesen, dass eine intakte Natur selbst in der

Lage ist, sich zu regulieren und ein ökologisches Gleichgewicht zu halten

und es den Menschen dazu nicht braucht. In der Schweiz haben wir ein Vorbild dafür: Im Kanton Genf wurde die private Jagd bereits vor 40 Jahren verboten.

Die natürliche Regulation führt dazu, dass es im Kanton Genf kaum mehr

Eingriffe durch die Menschen benötigt. Ganz im Gegensatz zu den Kantonen, in

denen die Jagd noch erlaubt ist. Durch die Bejagung der Wildtiere steigt nämlich deren Vermehrungsrate. Ein natürlicher Vorgang, wenn Tiere drastisch dezimiert werden. Es ist also gerade die Hobbyjagd, die für Überpopulationen von Wildschweinen, Füchsen und anderen Wildtierarten verantwortlich ist.

 

Wichtige Sozialstrukturen unter den einzelnen Wildtierarten werden durch die

Jagd zersprengt oder gar vernichtet. Angeschossene Tiere fliehen, werden von

den Jägern erst Stunden später oder gar nicht aufgefunden und erleiden dadurch unendliche Qualen. Jungtiere werden zu Waisen und verhungern elendiglich uvm. Jagd ist Krieg im Wald, der haufenweise traumatisierte überlebende Wildtiere zurück lässt. Dies ist auch der Grund, warum man in der Schweiz Wildtiere kaum zu Gesicht bekommt. Im Gegensatz zu Naturschutzgebieten, wo die Jagd verboten ist und man Tiere oftmals aus nächster Nähe beobachten kann, fliehen die Wildtiere in bejagten Gebieten vor den Menschen.

 

Die Milizjagd ist nichts anderes als ein völlig unnötiges und grausames

Hobby, welches längst abgeschafft gehört.

 

Der VgT begrüsst und unterstützt deshalb die Initiative Wildhüter statt

Jäger.»


Zürcher Tierschutz

Beat Hauenstein, Dipl. Natw. ETH, wiss. Mitarbeiter 

 

«Der Tierschutz kommt auf der Jagd zu kurz. Dies zeigt auch die laufende Jagdgesetzrevision – die Jagdlobby ist viel zu mächtig und macht kaum Zuge-ständnisse für eine tiergerechtere Jagd. Wollen wir Verbesserungen für unsere Wildtiere erreichen, hilft nur eines: Gehen Sie an die Urne und sagen Sie JA zur Initiative.»


Gemeinderat Grüne Stadt Zürich

Luca Maggi

 

«Die Stadt Zürich macht es vor: das Stadtgebiet inklusive den Wäldern, sind heute schon Wildschongebiete und werden von Wildhütern betreut. Studien und Erfahrungen belegen, dass sich der Wildtierbestand ohne Bejagung weitgehend selbst reguliert. Durch die Bejagung der Wildtiere steigt deren Geburtenrate, da sich diese durch den Jagddruck und die Dezimierung ihrer Art schneller reproduzieren. Dies führt zwangsläufig zu einer unerwünschten künstlichen Vermehrung, welche von der Jägerschaft wiederum als Legitimation für eine Regulierung durch die Jagd aufgeführt wird. Darum brauchen Tiere Wildhüter und keine Jäger.»


DAS TIER + WIR   

Maya Conoci, Geschäftsführung und Tierethiklehrerin

 

«Ich unterstütze die Initiative, weil Töten kein Hobby sein darf in einer modernen Gesellschaft.»


AGSTG

Stefan Weber

 

«Ich bin dafür, dass im Kanton Zürich zukünftig Wildhüter eingesetzt werden, weil ich dann mit einem sicheren Gefühl durch den Wald joggen kann und keine Angst haben muss, von einem Hobbyjäger angeschossen zu werden.»


pogona.ch GmbH

Alex Wyss, Geschäftsführer

 

«Schusswaffengebrauch nach Alkoholkonsum muss endlich verboten werden. Darum lieber Wildhüter mit 0% im Blut als angetrunkene Hobbyjäger. Sicherheit geht vor.»


Stiftung Tier im Recht (TIR)

lic. iur. Vanessa Gerritsen,

stv. Geschäftsleiterin 

 

«Die Schweizer Verfassung schützt die Würde des Tieres. Die als Freizeitvergnügen betriebene Jagd ist damit nicht vereinbar.»


Wildtierschutz Schweiz 

 

«Nachdem ich mich in den letzten Jahren vermehrt mit Wildtieren und Wildtierökologie auseinandergesetzt habe, bin ich zwangsläufig auch dem Thema Jagd begegnet. Dabei ist mir aufgefallen, dass die Erkenntnisse der Naturwissenschaft im Verhalten der Jäger keinerlei Spuren hinterlassen haben und an den Traditionen festgehalten wird. Erkennbar ist das auch am kantonalen Jagdgesetz, welches aus dem Jahr 1929 stammt. Immerhin sind gemäss diesem Gesetz bestimmte Tierarten als nicht jagdbar eingestuft, was jedoch die kantonale Fischerei- und Jagdverwaltung nicht daran hindert, unter dem Deckmantel von Schadenbegrenzung geschützte Rothirsche und Gämsen in bestandesregulierender Menge per Verfügung als jagdbar einzustufen. Auch andernorts wird das bestehende Gesetz zu Ungunsten der Tiere ausgehebelt. So dürfen z.B. bei uns im Oberustermer Wald seit Jahren zwölf, anstatt nur sechs Treiber an der Treibjagd teilnehmen und Kormorane dürfen auf dem Rhein vom fahrenden Motorboot aus bejagt werden.

Zudem werden Tiere in grösseren Mengen grundlos abgeschossen, mit der Begründung, dass damit der Bestand reguliert werden soll oder Krankheiten ausgemerzt werden können. Ich denke dabei an Dachse, Füchse, Rehe, Rabenkrähen, Eichelhäher, Feldhasen, … Obwohl mittlerweile zweifellos feststeht, dass die Grösse eines Bestandes durch äussere Faktoren (vor allem Lebensraumqualität, Futterangebot) abhängt und Krankheiten, wie das Beispiel Tollwut zweifelsfrei zeigte, nicht durch Bejagung eingedämmt werden kann, werden diese Scheinargumente weiterhin in den Vordergrund gestellt. Zudem werden zweifelhafte Jagdmethoden, wie die Treibjagd, noch weit verbreitet und als unabdingbar eingesetzt, obwohl damit die Würde der Tiere, nicht nur meiner Meinung nach, arg verletzt wird. Dabei wird immer noch Bleischrot verwendet und diverse Tiere nur angeschossen. 

Durch die fast ganzjährige Bejagung entstehen permanent Stresssituationen, was dazu führt, dass die Wildtiere nachtaktiv werden und sich auch nachts kaum auf ihre ursprünglichen Futterstellen ausserhalb des Waldes begeben, was wiederum dazu führt, dass vermehrt Knospen abgefressen werden und Konflikte mit Autos entstehen. Ich unterstelle den Jägern aus diesen Gründen, dass sie lediglich aus Tötungslust und wegen Trophäen auf die Jagd gehen. Sie sind die eigentliche Ursache für die Probleme, welche sie zu lösen vorgeben.

 

Das neue Kant. Jagdgesetz bringt meiner Meinung nach, keine Änderungen in der Ausrichtung der Jagd, zielt in der gleichen Richtung wie das bisherige und entspricht eher einem Wunschzettel der Jäger. (Abschussgesetz)

 

Somit war für mich klar, dass, wenn an der Jagd etwas geändert werden soll, und das muss dringend geschehen, nur der Weg über eine grundlegende Neuorganisation, wie es die Initiative beinhaltet, führt. Als Vorbild dient die Umsetzung im Kanton Genf, die sich seit Jahren bewährt.  Erstaunt stelle ich jedoch fest, dass von politischer Seite von links bis rechts keine Änderung gewünscht wird, was, gemäss meinen Beobachtungen anlässlich der Unterschriftensammlung nicht dem Volkswillen entspricht. Ich vermute dahinter eher politisches Kalkül und den Filz der Jägerschaft quer durch die Parteien als Sachverstand. Wie hat doch der Jäger Paul Parin gesagt: «Der Jäger ist ein Raubtier; die grösste Gefahr für das Bestehen der Jagd ist die Vernunft.»